Exzellente TUHH-Absolventen ausgezeichnet

Fotos: Oliver NimzAn der Technischen Universität Hamburg (TUHH) ist zum zweiten Mal der mit 4.000 Euro dotierte Hamburger Volksbank Stiftungspreis verliehen worden. Ausgezeichnet wurden drei Absolventen aus dem TUHH-Institut Managementwissenschaften und Technologie für ihre betriebswirtschaftliche Masterarbeiten und Dissertationen. Dr. Reiner Brüggestrat, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank, übergab die Preise im Rahmen eines Festaktes an die erfolgreichen Absolventen.

Mit diesem Preis würdigt die Hamburger Volksbank Stiftung exzellente betriebswirtschaftliche Abschlussarbeiten am Dekanat Managementwissenschaften und Technologie der TUHH. Prämiert werden Arbeiten, die sich durch besondere wissenschaftliche Qualität sowie Praxisbezug und gesellschaftliche Relevanz auszeichnen. In diesem Jahr wurden die Preise an eine Doktorandin, einen Doktoranden sowie einen Master-Absolventen vergeben.

Dr. Reiner Brüggestrat, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank, ist von der umfassenden Relevanz der wissenschaftlichen Arbeiten begeistert: „Die ausgezeichneten Absolventen nehmen aktuelle und herausfordernde gesellschaftliche Themen in den Fokus, die uns alle direkt betreffen und tief bewegen. Dazu gehört ebenso ein weltweit erforderliches ‚Disaster Management‘, wie eine intensive Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation. Die fortschreitende Digitalisierung verändert unsere Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend. Dieser unmittelbare und gleichzeitig innovative Praxisbezug ist für uns als Genossenschaftsbank, mit einer besonderen Verpflichtung gegenüber unseren Mitgliedern, Kunden und der Metropolregion Hamburg, von hoher Bedeutung. Herzlichen Glückwunsch für die ausgezeichnete Qualität an unsere diesjährigen Preisträger.“

Und das sind die ausgezeichneten Arbeiten:

Die Dissertation von Dr. Emilia Graß („Entwicklung eines effizienten Verfahrens zur Lösung zweistufiger, stochastischer Optimierungsprobleme im Katastrophenmanagement“) bewegt sich im Themenfeld des „Disaster Management“. Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vorbereitung auf eine Naturkatastrophe ist die Lagerung von Hilfsgütern, wie z.B. Medikamenten und Nahrungsmitteln, an ausgewählten Standorten. Dies ermöglicht Hilfsorganisationen, die Betroffenen nach Eintritt einer Katastrophe schnellstmöglich versorgen zu können. Allerdings werden Entscheidungen bezüglich Ort und Art der Lagerung durch ein hohes Maß an Unsicherheit erschwert, da nicht bekannt ist, wann, wo und in welchem Ausmaß eine Katastrophe eintreten wird. Um Hilfsorganisationen bei der Entscheidungsfindung unterstützen zu können, wird im Rahmen dieser Dissertation ein effizientes Verfahren zur Lösung realitätsnaher zweistufiger stochastischer Probleme entwickelt, welches es ermöglicht, auch bei kurzfristigen Katastrophenwarnungen schnell geeignete Maßnahmen bezüglich der Einlagerung von Hilfsgütern einleiten zu können.

Die Dissertation von Dr. Timo Weyrauch („Frugale Innovationen – Eine Untersuchung der Kriterien und des Vorgehens bei der Produktentwicklung“) befasst sich mit sogenannten frugalen Innovationen. Hierunter versteht man Produkte wie Dienstleistungen, die dem Kriterium „affordable excellence“ entsprechen, das heißt eine hohe Qualität wie einen sehr günstigen Preis vereinbaren. Dr. Weyrauch untersucht, welche Kriterien eine frugale Innnovation definieren und wie frugale Innovationen entwickelt werden können. Im ersten Teil der Untersuchung werden auf Basis eines Literaturreviews sowie einer qualitativen Befragung drei Kriterien entwickelt, um frugale von nicht-frugalen Innovationen abzugrenzen. Im zweiten Teil wird durch Anwendung der Aktionsforschung untersucht, wie der Innovations- und Produktentwicklungsprozess auszurichten ist. Der Autor zeigt, mit welchen Vorgehensweisen und Methoden frugale Innovationen gezielt entwickelt werden können. Als weiteres „Nebenprodukt“ der Arbeit wurde in Zusammenarbeit mit einem global tätigen Maschinenbauer ein patentiertes Produkt für den B2B-Markt entwickelt.

Die Masterarbeit von Sven Reimers („Entwicklung eines SCOR-Modell basierten Simulationstools“) steht im Kontext der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung innerhalb und zwischen Unternehmen. Hierdurch wird das Management von Supply Chains immer komplexer. Aus diesem Grund steigt der Bedarf nach Standardisierung und Optimierung, der durch die Simulation von Referenzmodellen angenähert werden kann. Ziel der Masterarbeit von Sven Reimers war es daher, ein modellbasiertes SCOR-Simulationstool zu entwickeln, welches Unternehmen hilft, deren aktuelles Wertschöpfungsnetzwerkdesign besser zu reflektieren. Die Anwendung agentenbasierter Modellierungs- und Simulationstechnologie ermöglichte die Entwicklung eines Werkzeugs zur Abbildung beliebiger realer Netzwerktopologien. Darüber hinaus können diese Topologien analysiert, geplant und entsprechend neu konfiguriert werden.

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