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Eine aktuelle Analyse der IHK Nord stellt dem Norden schlechte Noten aus

Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK NordDie Analyse des Süd-Nord-Gefälles wird anläßlich der Konferenz der Küstenwirtschafts- und Verkehrsminister am 7. November 2019 in Lübeck vorgestellt.

„In den letzten drei Jahren konnte der Norden die Lücke zum Süden nicht verringern“, stellt Friederike C. Kühn, Vorsitzende der IHK Nord, fest. Bei den für die regionale Entwicklung so entscheidenden Investitionen in Forschung und Entwicklung gehe die Schere zum Süden sogar noch weiter auseinander, so die IHK Nord-Vorsitzende weiter: „Das ist mehr als beunruhigend!“.

Die Gründe für das wirtschaftliche Süd-Nord-Gefälle in Deutschland sind vielfältig. Einer Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) im Auftrag der IHK Nord zufolge sei das Ungleichgewicht in drei Phasen nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg hätten dabei stärker von externen Faktoren profitiert, während der Norden in den 1970er und 1980er Jahren im Zuge der Ölkrisen einen schweren Strukturwandel habe bewältigen müssen, von dem der eher im leichtindustriellen Bereich starke Süden nicht so stark betroffen gewesen sei. Dieser wirtschaftliche Vorteil habe sich aber insbesondere nach der Wiedervereinigung durch eine aktive Standortpolitik der süddeutschen Bundesländer weiter verschärft. Ein zentrales Entwicklungshemmnis im Norden stellten die relativ kleinteiligen föderativen Strukturen sowie die dünne Besiedlung dar. Diese Erkenntnisse bestätigte jüngst auch die OECD-Studie zur Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion Hamburg.

Deutlich und zahlreich seien also die Weckrufe für den Norden. Die Zeit der Absichtserklärungen müsse daher jetzt vorbei sein, betont Friederike C. Kühn: „Wir müssen auf norddeutscher Bühne noch stärker ins gemeinsame Handeln kommen, um im internationalen Standortwettbewerb eine kritische Größe zu entfalten. In dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit liegt ein wichtiger Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unserer Region“. Die norddeutsche Wirtschaft knüpfe große Hoffnungen an die Wasserstoff-Technologie, die sich zu einem echten Game-Changer im Nord-Süd-Wettbewerb entwickeln könne. „Wir freuen uns daher sehr über die gemeinsame Wasserstoff-Strategie der norddeutschen Länder und sind gespannt auf die Diskussion mit den Ministern, wie wir dieses Potenzial für den Norden im Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft heben können“, blickt die IHK Nord-Vorsitzende auf das Treffen in Lübeck voraus.

Info:

Bereits seit 2015 analysiert die IHK regelmäßig das wirtschaftliche Süd-Nord-Gefälle in Deutschland auf Basis einer umfassenden statistischen Datenbank mit über 100 Vergleichsindikatoren. Mit dem Projekt „Zukunft Norddeutschland“ hat die IHK Nord eine Initiative für einen engeren Schulterschluss im Norden ins Leben gerufen und Leitprojekte definiert, die dem Norden das Potenzial bieten, einen Aufholprozess einzuleiten. Informationen hierzu und zur HWWI-Studie unter: www.ihk-nord.de/zukunftnorddeutschland www.ihk-nord.de/statistik.

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