HM-Tedsen-Interview-2

Interview

HanseMerkur

Vom Krankenversicherer zum Gesundheitsdienstleister

Teil 2

Im zweiten Teil seines Interviews spricht Folke Tedsen, Abteilungsleiter Leistungs- und Gesundheitsmanagement sowie KundenServiceCenter bei der HanseMerkur, über weitere Aspekte moderner Krankenversicherung.


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NordWirtschaft: Die HanseMerkur hat sich frühzeitig für alternative Behandlungsmethoden im Zuge der Traditionellen Medizin (TCM) engagiert. Warum?

 

Tedsen: Bereits im Juli 2010 ging das HanseMerkur Zentrum für Traditionelle Medizin am UKE an den Start. Ziel unseres Engagements dabei war und ist, unseren Krankenversicherten neben Behandlungen der klassischen Schulmedizin auch Zugang zu alternativen Heilmethoden zu ermöglichen. Akupunktur, chinesische Arzneitherapie, Bewegungsübungen und Diätempfehlungen ergänzen dabei Behandlungen der klassischen Schulmedizin. Sie stehen nicht etwa in Konkurrenz zueinander. Ihre Wirkungen werden seitens des UKE wissenschaftlich begleitet. So konnten bereits Wundheilungseffekte durch ein bestimmtes Kräuterextrakt sowie nervenschützende Effekte einer bestimmten Heilpflanze bei der Behandlung von Parkinson und Alzheimer nachgewiesen werden. Akupunkturstudien belegten Wirkungen beim Krankheitsbild Frozen Shoulder und bei Polyneuropathie durch Diabetes oder nach einer Chemotherapie.

 

Die Digitalisierung schreitet bei der HanseMerkur Krankenversicherung auch noch in weiteren Bereichen voran?

 

Aus unseren Erfahrungen mit dem Gesundheitstelefon haben wir den Online-Arzt weiterentwickelt. Er bietet unseren Vollversicherten die Möglichkeit, sich per Video-Chat mit einem Facharzt auszutauschen, um z. B. eine schnelle, fachkundige Einschätzung von Krankheitssymptomen zu bekommen. Gerade für unsere vielbeschäftigten Versicherten ist diese Ersteinschätzung aufgrund der Zeitersparnis gegenüber einem Praxistermin von erheblichem Vorteil. – In den administrativen Bereichen wie der Leistungsabrechnung haben wir sehr frühzeitig in digitale und automatisierte Prozesse investiert. Mittlerweile können wir über 70 Prozent der Abrechnungen teil- oder vollautomatisiert verarbeiten. Diese automatisierte Verarbeitung spart Zeit und Geld und ist besonders schnell. Damit ist sie sowohl für die Kunden als auch für das Unternehmen von Vorteil.

 

Wie haben sich durch die Corona-Pandemie Ansprüche und Nutzungsverhalten der Kunden entwickelt?

 

Als die Pandemie im Februar/März 2020 auch in Deutschland ankam, herrschte sofort ein enormer Bedarf an seriösen Gesundheitsinformationen zu dieser neuartigen, hochinfektiösen Erkrankung, Covid-19. Mit der Entwicklung unseres Coronavirus-Bots haben wir schnell auf dieses Informationsbedürfnis reagiert. Damit lässt sich in wenigen Schritten eine Ersteinschätzung einholen, ob jemand Symptome einer Coronavirus-Infektion aufweist bzw. ob es sich tatsächlich um eine Infektion mit SARS-CoV 2 handeln könnte. Der Chatbot wird täglich auf Basis neuester wissen­schaftlicher Veröffentlichungen und nach Angaben des Robert-Koch-Instituts der Bundes­regierung aktualisiert. Ganz allgemein stieg in diesen Monaten der Pandemie das Risikogefühl vieler Menschen. Das Bedürfnis nach einem umfassenden Krankenversicherungsschutz bzw. gesundheitlicher Prävention wuchs. Denjenigen, die in wirtschaftliche Nöte gerieten, konnten wir mit besonderen Vertragshilfen und sozialversicherungsrelevanten Informationen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Wie Kunden ihren Krankenversicherer beurteilen, hängt auch davon ab, wie schnell eingereichte Rechnungen beglichen werden und auf welchem Weg das geschieht.

 

Ja, richtig. Mit der bundesweit ersten Rechnungs-App hat die HanseMerkur schon 2011 begonnen, ihr interaktives Serviceangebot in der Krankenversicherung auszubauen. Versicherte können ihre Rechnungen bequem über Smartphone oder Tablet einreichen, Adressen ändern oder Briefe und Leistungsabrechnungen digital empfangen und archivieren. Die App bietet Serviceinformationen und den direkten Zugang zu den Gesundheitsservices der HanseMerkur. Inzwischen erreicht uns bereits jede zweite Rechnung auf diesem digitalen Weg. Beide Partner profitieren: Die Kunden von der Schnelligkeit bei der Kostenregulierung, die HanseMerkur von geringeren Verwaltungskosten, die wiederum den Versicherten zugutekommen.


Wenn Sie sich die HanseMerkur Krankenversicherung in zehn Jahren vorstellen: Was macht sie aus?

 

Die HanseMerkur wird ihren eingeschlagenen Weg weiterbeschreiten und sich permanent weiterentwickeln: produktseitig mit modular aufgebauten, zielgruppenspezifischen attraktiven Tarifen und diversen ergänzenden Gesundheitsservices zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen. Der genetischen Medizin, den Datenanalysen, der künstlichen Intelligenz und der weiteren Digitalisierung wird in den kommenden Jahren dabei sicherlich eine wachsende Rolle zukommen. Bei allen Veränderungen: Die HanseMerkur wird ein innovativer privater Krankenversicherer bleiben, der seinen Kunden zahlreiche Mehrwerte bei Prävention und Behandlung bietet.

 

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