15 Jahre Startup-Förderung:
IFB Innovationsstarter steuern auf Rekordjahr zu
Von der ersten Geschäftsidee bis zum Wachstum am internationalen Markt: Die IFB Innovationsstarter GmbH hat sich zum wichtigsten Kapitalgeber für junge innovative Unternehmen in Hamburg entwickelt. Bei der Jubiläumsfeier berichteten drei erfolgreiche Gründer, wie Förderung und Beratung der IFB ihnen auf dem Weg zum eigenen Unternehmen geholfen haben
Hamburg, 5. November 2026. Hamburgs Startup-Szene hat sich in den vergangenen 15 Jahren deutlich verändert. Aus ersten innovativen Geschäftsideen sind Unternehmen geworden, die mit neuen Technologien, nachhaltigen Produkten und Geschäftsmodellen Märkte erschließen. Einen wichtigen Anteil daran hat die IFB Innovationsstarter GmbH, die in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen feiert. Was 2011 mit einem einzelnen Beteiligungsfonds begann, ist inzwischen ein umfassendes Förderangebot aus Zuschüssen, Venture Capital, Beratung und Vernetzung. Die Bilanz: Hunderte Hamburger Startups wurden mit weit über 100 Millionen Euro an öffentlichen und europäischen Mitteln unterstützt. Darüber hinaus konnte ein Vielfaches an privatem Kapital für den Standort mobilisiert werden.
Wie wichtig neben der Finanzierung gerade die persönliche Beratung und Begleitung in der Gründungsphase ist, wurde bei einem Panel mit drei erfolgreichen Hamburger Unternehmern deutlich. Stephan Brinke-Seiferth, CEO von i3 Membrane, Maximilian Webers, CEO von COLIPI, und Hans-Christian Stockfisch, CEO von Flexvelop, gaben Einblicke in ihre Gründungserfahrungen und die Entwicklung ihrer Unternehmen. Alle drei profitierten auf ihrem Weg von der Unterstützung und Beratung durch die IFB Innovationsstarter.
Die Unternehmen stehen für ganz unterschiedliche Innovationsfelder: i3 Membrane entwickelt hochselektive Membran- und Trenntechnologien für Anwendungen in Biotechnologie, Medizin und Pharmaindustrie. COLIPI arbeitet an einem industriellen Biotechnologieverfahren, das CO₂ und kohlenstoffhaltige Reststoffe in klimafreundliche Öle umwandelt – als nachhaltige Alternative zu Palm- und Erdöl. Flexvelop wiederum hat ein flexibles Finanzierungsmodell für Geschäftsausstattung entwickelt. Unternehmen können benötigte Geräte und Ausstattung flexibel nutzen, ohne sich langfristig durch klassische Finanzierungsmodelle binden zu müssen.
Die Botschaft der drei Gründer an angehende Unternehmer war dabei durchaus ermutigend: Auch wenn der Start schwierig ist, sollte man an einer guten Idee festhalten und nicht zu früh aufgeben. Gerade in der Anfangsphase seien Durchhaltevermögen, eine realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten und die richtigen Ansprechpartner entscheidend. Ihr Dank galt ausdrücklich der IFB, deren Beratung und Unterstützung ihnen geholfen habe, Herausforderungen zu bewältigen und ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln.
Vom Pionierfonds zum breiten Förderangebot
Die IFB Innovationsstarter hat ihr Angebot seit der Gründung kontinuierlich erweitert. Den Anfang machte der InnoStarterFonds. Über drei Fondsgenerationen hinweg wurden 32 Millionen Euro in 62 Beteiligungen investiert, darunter 15 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Bilanz der bisherigen Exits fällt positiv aus: Die Verkaufserlöse überstiegen die ursprünglichen Investitionssummen deutlich.
Ab 2013 kamen schrittweise verschiedene Zuschussprogramme hinzu. Mit InnoRampUp, InnoFounder, InnoImpact und InnoFinTech unterstützt die Gesellschaft junge Unternehmen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen und Branchen. Bis Ende 2025 flossen auf diesem Weg bereits 51 Millionen Euro an direkten Zuschüssen an 443 junge Unternehmen.
Heute reicht das Spektrum der Unterstützung von der ersten Gründungsidee bis zur internationalen Wachstumsphase. Seit 2024 ergänzt der InnoVentureFonds mit einem Volumen von mehr als 60 Millionen Euro das Angebot. Wie sich solche Finanzierungsinstrumente auf die Entwicklung junger Unternehmen auswirken können, zeigt auch das Hamburger Quantencomputing-Startup eleQtron, das in diesem Jahr eine Finanzierungsrunde über 57 Millionen Euro abschließen konnte.
Mehr als 300 Millionen Euro für Hamburgs Startup-Szene
Gemeinsam mit dem 2020 gegründeten Hamburg Investors Network hat die IFB Innovationsstarter inzwischen mehr als 300 Millionen Euro an privatem Kapital für Hamburger Startups mobilisiert. Seit Januar 2026 betreibt die Gesellschaft zudem die Plattform Startup City Hamburg. Sie soll Gründerinnen und Gründern eine zentrale Anlaufstelle bieten, Beratung bündeln und jungen Unternehmen mehr Sichtbarkeit verschaffen.
Wie die Förderinstrumente ineinandergreifen können, zeigt das Startup more. Die automatisierte Laborplattform für die Pharmaindustrie startete mit dem Zuschussprogramm InnoRampUp und erhielt anschließend 2,45 Millionen Euro Venture Capital. Auch hier begleiteten die Innovationsstarter die Entwicklung mit ihren Netzwerken.
Für Hamburg ist diese Entwicklung mehr als eine Erfolgsgeschichte einzelner Unternehmen. Junge innovative Firmen bringen neue Technologien in die Wirtschaft, schaffen qualifizierte Arbeitsplätze und stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Gerade angesichts des Strukturwandels und der notwendigen Transformation der Wirtschaft kommt ihnen eine wichtige Rolle zu. Entscheidend ist dabei, dass gute Ideen nicht an fehlendem Startkapital oder mangelnder Orientierung scheitern.
Rekordjahr 2026 erwartet
Auch für das laufende Jahr zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Mit einem Zuschussbudget von 8,5 Millionen Euro sollen voraussichtlich rund 75 Förderungen ermöglicht werden. Hinzu kommen nach derzeitiger Prognose rund 28 Millionen Euro an Investments über die beiden Venture-Capital-Fonds.
Dr. Heiko Milde, Geschäftsführer der IFB Innovationsstarter GmbH, sieht die Aufgabe für die kommenden Jahre darin, die Stärken des Hamburger Startup-Ökosystems noch stärker zu bündeln. Gemeinsam mit Unternehmen, Wissenschaft, Investoren und weiteren Akteuren soll der Standort weiterentwickelt werden.
Hamburgs Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard unterstrich die Bedeutung der Förderung für die Stadt: Wer ein innovatives Unternehmen gründe, brauche Kapital, Beratung und gute Kontakte. Die IFB begleite Hamburger Startups von den ersten Schritten bis in die Wachstumsphase. So entstünden neue Produkte und Verfahren, die den Wirtschaftsstandort stärkten und zusätzliche Arbeitsplätze schafften.
Die Erfahrungen der drei Gründer beim Jubiläum zeigen, worauf es dabei ankommt: Neben Geld braucht es verlässliche Partner, die auch dann an der Seite junger Unternehmen stehen, wenn der Weg zum Erfolg noch weit und steinig ist.
JM/NW
