150 Jahre Amandus Kahl: Mit Erfahrung in die nächste Generation

Vom Hamburger Ofenbauer zum internationalen Maschinen- und Anlagenbauer: Ein Reinbeker Unternehmen setzt auf technologische Entwicklung und den Standort Deutschland

REINBEK. Als Wendte & Kahl 1876 in Hamburg gegründet wurde, ging es um Öfen und Herde. Heute, 150 Jahre später, entwickelt und produziert Amandus Kahl Maschinen und Anlagen für die Futtermittel-, Biomasse- und Recyclingindustrie. Dazwischen liegen eine wechselvolle Unternehmensgeschichte, technologische Veränderungen und der Aufbau eines internationalen Geschäfts. Eines ist geblieben: die Verbindung zur Region und der Anspruch, technische Lösungen weiterzuentwickeln.

Seit dem Umzug nach Reinbek im Jahr 1965 bündelt das Unternehmen dort Verwaltung, Ingenieurbüro, Konstruktion und Produktion. Die KAHL Flachmatrizenpresse ist bis heute ein Kernprodukt. Mit dem Expander und weiteren Maschinen für die Verfahrenstechnik hat Amandus Kahl sein Portfolio über die Jahrzehnte erweitert. Heute gehört das Unternehmen zu einer Gruppe von neun Gesellschaften mit insgesamt rund 900 Mitarbeitenden.


Was bleibt, wenn sich Märkte verändern?


Diese Frage stand auch im Mittelpunkt des Jubiläums, das Amandus Kahl vom 3. bis 5. September in Reinbek feierte. Beim „Visions & Solutions Day“ diskutierten internationale Niederlassungen über Digitalisierung, Automatisierung und datengestützte Prozesslösungen. Es ging zugleich um die Zusammenarbeit innerhalb der KAHL Gruppe – und darum, wie sich technisches Wissen in neue Anwendungen übertragen lässt.


„150 Jahre Amandus Kahl zeigen: Wir haben es geschafft, bewährte Fähigkeiten immer wieder in eine neue Zeit zu übertragen“, sagt Dr. Victoria Behrmann, Geschäftsführerin des Unternehmens. Sie sieht in der Verbindung von verfahrenstechnischem Know-how und den Kompetenzen der Schwesterfirmen eine wesentliche Stärke des Unternehmensverbunds. Dabei bleibt Reinbek ein wichtiger Bezugspunkt. „Wir bekennen uns zum Produktionsstandort Deutschland und investieren weiter in Reinbek, unter anderem in ein neues Technikum für über zehn Millionen Euro“, sagt Joachim Behrmann, Sprecher der Geschäftsleitung. Auch die Nähe zu den Kunden soll erhalten bleiben: „Das persönliche Verhältnis zu unseren Kunden bleibt dabei eine Konstante.“


Ein Jubiläum mit regionaler Verantwortung


Zur offiziellen Feier kamen mehr als 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Industrie sowie aus dem internationalen Kunden- und Partnernetzwerk. Führungen durch die Produktionshallen gaben Einblicke in den Standort. Den Abschluss bildete eine interne Feier auf Gut Thansen für Mitarbeitende, ehemalige Beschäftigte und ihre Familien.


Zum Jubiläum entstand zudem ein 330-seitiges Buch über die Unternehmensgeschichte. Und Amandus Kahl verband das Fest mit einem sozialen Anliegen: Statt Geschenken bat das Unternehmen um Unterstützung für vier regionale Organisationen. Zusätzlich spendet es insgesamt 50.000 Euro an den Kinderschutzbund Stormarn, die Glinder Tafel, das Don Bosco-Haus Mölln und die Buhck-Stiftung.


150 Jahre Amandus Kahl stehen damit für mehr als eine lange Firmengeschichte. Sie zeigen, wie ein Unternehmen aus der Region sein technisches Profil über Generationen hinweg weiterentwickelt – und zugleich an seinem Standort und seinen Beziehungen festhält.



Quelle: Amandus Kahl

JM/NW

17.09.2026.