40 Jahre Hamburg–Shanghai: Kultur wird zur Brücke zwischen zwei Metropolen

Der Yu Garden soll zum internationalen Zentrum für chinesisches Kulturerbe werden – und die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai mit neuen Begegnungen beleben

Hamburg, 4. September 2026. Hamburg und Shanghai verbindet seit 40 Jahren eine Städtepartnerschaft. Entstanden aus der Verbindung zweier großer Hafen- und Handelsmetropolen, reicht sie heute weit über Wirtschaft und Politik hinaus. Zum Jubiläum erhält nun gerade der kulturelle Austausch einen neuen sichtbaren Anker: Der Hamburger Yu Garden soll künftig zu einem internationalen Zentrum für chinesisches immaterielles Kulturerbe werden.


Am Donnerstag, 3. September 2026, wurde im Teehaus an der Rothenbaumchaussee das „China Intangible Cultural Heritage Overseas Experience Center“ vorgestellt. Traditionelles chinesisches Handwerk und kulturelle Techniken sollen dort künftig nicht allein präsentiert, sondern für Besucherinnen und Besucher unmittelbar erlebbar werden.


Der Ort könnte dafür kaum symbolträchtiger sein. Der Hamburger Yu Garden orientiert sich am berühmten Yuyuan-Garten in Shanghai und gilt seit vielen Jahren als sichtbares Zeichen der Verbindung zwischen den beiden Städten. Nun soll das Teehausensemble über Gastronomie und Veranstaltungen hinaus zu einer dauerhaften Plattform für den kulturellen Austausch werden.


„Die Lebendigkeit einer Städtepartnerschaft zeigt sich nicht nur in Projekten und Ergebnissen, sondern vor allem im gegenseitigen Verständnis der Menschen, in der Wertschätzung füreinander und im Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen“, sagte LIN Dong, Generalkonsul der Volksrepublik China in Hamburg. Er hoffe, dass künftig noch mehr Hamburgerinnen und Hamburger den Yu Garden besuchten, chinesische Gartenkultur kennenlernten, Tee genössen und traditionelle Handwerkskunst selbst erlebten. So könne im persönlichen Austausch „die Vielfalt und Schönheit der chinesischen Kultur erfahrbar werden“.


Hinter der neuen Initiative steht die Yuyuan-Gruppe aus Shanghai. Das Unternehmen ist eng mit dem historischen Yuyuan-Areal verbunden, zu dem auch der weltberühmte Yuyuan-Garten gehört. Die Gruppe hat sich aus diesem traditionsreichen Umfeld heraus zu einem breit aufgestellten Unternehmen entwickelt und ist heute in unterschiedlichen Bereichen tätig. Dazu gehören unter anderem Handel und Konsumgüter, Gastronomie und Tourismus sowie kulturelle Angebote.


„Das 40-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Shanghai und Hamburg ist für uns ein wichtiger Ausgangspunkt“, sagte Hu Junjie, Vizepräsident der Yuyuan-Gruppe. Mit der „China Intangible Cultural Heritage Experience Tour“ solle ein Ort entstehen, an dem Menschen in Europa chinesische Kultur unmittelbar erleben könnten. Zugleich gehe es um den Blick nach vorn. Die neue Einrichtung solle zu einer offenen Plattform für den kulturellen Austausch zwischen China und Europa werden. Mit Blick auf den 55. Jahrestag der deutsch-chinesischen diplomatischen Beziehungen im kommenden Jahr wolle die Gruppe langfristige Impulse setzen und die verbindende Kraft der Kultur stärken.


Unter dem Motto „Weite Horizonte – Lebendiges Erbe“ präsentierten Künstler und Kulturschaffende aus China traditionelle Techniken und machten damit deutlich, worum es bei immateriellem Kulturerbe geht: um Wissen, Handwerk und kulturelle Ausdrucksformen, die nicht in Museen bewahrt werden, sondern von Menschen weitergegeben und lebendig gehalten werden.


Für Hamburg ist dies zugleich ein weiterer Baustein der langjährigen Verbindung mit Shanghai. „Die Freundschaft zwischen Hamburg und Shanghai lebt von den Begegnungen zwischen den Menschen und von der Offenheit für die Kultur der jeweiligen Partnerstadt“, sagte Corinna Nienstedt, Leiterin des Staatsamtes der Senatskanzlei Hamburg. China sei heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Hamburger Wirtschaft. Zugleich bereichere die chinesische Community das kulturelle Leben der Stadt. „Künftig wird der Yu Garden mehr denn je dazu beitragen, den Menschen in Hamburg die Kultur Chinas und Shanghais auf lebendige Weise näherzubringen“, sagte Nienstedt.


Vier Jahrzehnte nach Beginn der Städtepartnerschaft erhält die Verbindung zwischen Hamburg und Shanghai damit eine neue kulturelle Perspektive. Der Yu Garden soll nicht nur ein architektonisches Symbol der Partnerschaft bleiben, sondern zu einem Ort werden, an dem Begegnung, Austausch und gegenseitiges Verständnis ganz praktisch stattfinden.


Gerade darin liegt möglicherweise die besondere Stärke der nun eröffneten Initiative: Während wirtschaftliche Beziehungen Zahlen, Verträge und Warenströme verbinden, schafft Kultur persönliche Begegnungen. Der Yu Garden könnte damit künftig weit mehr sein als ein Stück Shanghai in Hamburg – nämlich eine lebendige Brücke zwischen zwei Metropolen, die sich seit 40 Jahren partnerschaftlich verbunden fühlen.

JM/NW