Chronische Schmerzen: Versicherer setzen zunehmend auf digitale Therapien
Millionen Betroffene warten oft lange auf Hilfe – HanseMerkur integriert Schmerz-App in ihr Gesundheitsangebot
Hamburg, 5. Juni 2026. Chronische Schmerzen zählen zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen in Deutschland. Nach Angaben der Deutschen Schmerzgesellschaft sind mehr als zwölf Millionen Menschen betroffen. Besonders schwierig ist die Situation für Patienten, bei denen sich trotz anhaltender Beschwerden keine eindeutige körperliche Ursache feststellen lässt. Viele durchlaufen über Jahre zahlreiche Untersuchungen und Therapien, ohne dass sich ihre Beschwerden dauerhaft bessern.
Vor diesem Hintergrund gewinnen digitale Therapieangebote zunehmend an Bedeutung. Sie sollen Betroffenen einen niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützung ermöglichen und Versorgungslücken schließen, die unter anderem durch lange Wartezeiten auf spezialisierte Behandlungen entstehen.
Auch die Hamburger HanseMerkur baut ihr Angebot in diesem Bereich aus. Als erste private Krankenversicherung in Deutschland nimmt das Unternehmen die Therapie-App HELP in seinen Gesundheitsservice auf. Das Angebot richtet sich an Krankenvollversicherte mit chronischen Schmerzen ohne klaren körperlichen Befund.
„Gerade Versicherte ohne klaren körperlichen Befund erleben häufig lange Wege durch das Gesundheitssystem“, sagt Folke Tedsen, Abteilungsleiter Leistungs- und Gesundheitsmanagement der HanseMerkur Krankenversicherung. Die App solle Betroffenen einen zeitnahen Zugang zu einer zusätzlichen Therapieoption ermöglichen.
HELP basiert auf Erkenntnissen aus Schmerzmedizin, Psychologie und Neurowissenschaften. Das Programm umfasst 24 digitale Module, die innerhalb von 90 Tagen bearbeitet werden können. Ziel ist es, Patienten dabei zu unterstützen, Schmerzmechanismen besser zu verstehen und neue Strategien im Umgang mit ihren Beschwerden zu entwickeln. Zum Einsatz kommen unter anderem Methoden der sogenannten Pain Reprocessing Therapy sowie der Emotional Awareness and Expression Therapy.
„Chronische Schmerzen werden noch immer häufig zu spät oder nicht umfassend genug behandelt“, sagt HELP-Gründerin Dr. Antje Kallweit. Digitale Angebote könnten dazu beitragen, Betroffene früher zu erreichen und Therapieinhalte einfacher in den Alltag zu integrieren.
Die Integration von HELP ist Teil eines breiteren Trends im Gesundheitswesen. Krankenversicherer investieren zunehmend in digitale Anwendungen, um ihren Versicherten ergänzende Versorgungsangebote bereitzustellen. Gerade bei chronischen Erkrankungen gelten digitale Programme als Möglichkeit, Patienten kontinuierlich zu begleiten und Wartezeiten auf klassische Therapieangebote zu überbrücken.
Für die HanseMerkur ist die Kooperation zugleich ein weiterer Schritt beim Ausbau digitaler Gesundheitsservices. Das Unternehmen setzt bereits auf verschiedene digitale Präventions- und Unterstützungsangebote und erweitert diese nun um einen Bereich, der Millionen Menschen in Deutschland betrifft.
Quelle: HanseMerkur/HELP
JM/NW
