Wehrtechnik
Deutsch-britisches Joint Venture für maritime Drohnentechnologie
NVL und Kraken Technology Group bündeln Kräfte für wachsenden Markt autonomer Systeme
Hamburg, August 2025. Die deutsche Werftengruppe NVL, spezialisiert auf komplexe Marineschiffe, und die britische Kraken Technology Group, Entwickler leistungsstarker unbemannter Seesysteme, haben das Gemeinschaftsunternehmen NVL Kraken gegründet. Ziel der Kooperation ist es, die weltweit steigende Nachfrage nach autonomen Plattformen für militärische und zivile Anwendungen – etwa zur Überwachung und zum Schutz kritischer Infrastruktur – schnell zu bedienen.

Geplant ist der Aufbau von Produktionskapazitäten für Überwasserdrohnen am NVL-Standort Blohm+Voss in Hamburg. In Kombination mit den bestehenden Kapazitäten von Kraken in Großbritannien sollen damit sowohl deutsche als auch europäische Märkte zügig versorgt werden können. Beide Partner wollen erheblich in das Joint Venture investieren. Bereits zuvor hatte NVL Anteile an Kraken übernommen und sich die Option gesichert, diese im vierten Quartal 2025 zu erhöhen.
Hintergrund der Kooperation ist eine veränderte Sicherheitslage, die Streitkräfte weltweit zwingt, ihre Fähigkeiten auszubauen. Experten gehen davon aus, dass Marinen künftig verstärkt im Zusammenspiel bemannter und unbemannter Plattformen operieren werden. Mit dem Joint Venture erweitert NVL sein Portfolio gezielt in diesem Bereich: Neben klassischen Marineschiffen sollen künftig auch individuell konfigurierbare Drohnensysteme angeboten werden.
Die Produktion in Hamburg soll im vierten Quartal 2025 starten, zunächst mit kleineren Einheiten, perspektivisch auch mit größeren unbemannten Booten. „Das Joint Venture mit Kraken ermöglicht es uns, kurzfristig marktverfügbare Systeme in hoher Stückzahl bereitzustellen“, sagt NVL-CEO Tim Wagner. „Gleichzeitig bauen wir unsere Vorreiterrolle beim sogenannten Manned/Unmanned-Teaming aus.“
Auch Kraken-Chef Mal Crease betont den strategischen Nutzen: „Durch die Zusammenarbeit mit NVL können wir Produktion und Lieferkette erheblich skalieren und so auf die wachsenden Bedrohungen auf See reagieren.“
Mit NVL Kraken entsteht ein deutsch-britisches Bündnis, das technologische Innovation und industrielle Fertigungskraft verbindet – und damit sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch ein Signal für die maritime Verteidigungsindustrie in Europa setzt.