Fielmann wächst schneller und baut Auslandsgeschäft aus
Die Optikerkette steigert ihren Umsatz in den ersten neun Monaten auf 1,90 Milliarden Euro. Besonders das internationale Geschäft entwickelt sich positiv. Auch in Deutschland gewinnt das Unternehmen wieder an Schwung
Hamburg, 5. November 2026. Fielmann kommt wieder stärker in Fahrt. Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz der Gruppe um 5,1 Prozent auf 649 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 618 Millionen Euro. Vor allem das Auslandsgeschäft entwickelte sich mit einem Plus von 5,9 Prozent dynamisch. Aber auch in Deutschland zog das Wachstum auf 4,2 Prozent an – deutlich stärker als in den ersten sechs Monaten des Jahres.
Die preisbewusste Nachfrage kommt dem Unternehmen nach eigenen Angaben zugute. Fielmann sieht sich als Preisführer und konnte in seinen bestehenden Niederlassungen mehr Brillen verkaufen. Hinzu kamen neue Standorte und ein zweistelliges Wachstum in der Hörakustik. Auch digitale Technik spielt eine wachsende Rolle: Die KI-gestützte Technologie zur automatisierten Bestimmung der Sehstärke war Ende September bereits an 227 Standorten im Einsatz.
International legte Fielmann in Österreich um 2,6 Prozent, in der Schweiz währungsbereinigt um 6,0 Prozent und in Spanien um 6,6 Prozent zu. In Nordspanien bremste allerdings die Umstellung der Marke in dutzenden Niederlassungen das Geschäft. In den USA stieg der Umsatz um 1,4 Prozent auf 78 Millionen US-Dollar. Dort kaufen zwar mehr Kunden und die Absatzmengen steigen, gefragt sind aber zunehmend günstigere Produkte. Das drückt den durchschnittlichen Auftragswert. Die übrigen Märkte wuchsen um 17,7 Prozent bei konstanten Wechselkursen.
In den ersten neun Monaten setzte die Gruppe insgesamt 1,90 Milliarden Euro um. Das waren 2,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Während das Geschäft in Deutschland um 2,0 Prozent zulegte, wuchs der Umsatz im Ausland um 4,4 Prozent. Inzwischen stammen 39 Prozent der Erlöse aus internationalen Märkten. Dort investiert Fielmann auch kräftig in neue Standorte. Weltweit betrieb die Gruppe Ende September 1.318 Niederlassungen, 61 mehr als ein Jahr zuvor. 483 davon verfügen über Hörakustikstudios. Allein in den ersten neun Monaten eröffnete das Unternehmen 56 neue Standorte, 80 Prozent davon außerhalb Deutschlands – vor allem in Luxemburg, Polen, Spanien und den USA. Mit rund 15 weiteren Eröffnungen im Schlussquartal soll das Jahresziel von etwa 70 neuen Niederlassungen erreicht werden. 2025 waren es lediglich 22.
Trotz der Investitionen in Personal und Filialnetz blieb die Ertragslage weitgehend stabil. In Europa hielt Fielmann seine bisherige Gewinnspanne, in den USA ging sie zurück. Dort investiert das Unternehmen unter anderem in zusätzliche ärztliche Kapazitäten und den Umbau seines Geschäftsmodells.
Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seiner Prognose fest. Fielmann erwartet einen Umsatz zwischen 2,50 und 2,55 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 2 bis 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn soll zwischen 560 und 580 Millionen Euro liegen. Die Kundenzufriedenheit will das Unternehmen weiterhin bei rund 90 Prozent halten. Die Prognose steht unter dem Vorbehalt geopolitischer und gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten.
Quelle: Fielmann
NW/JM
