Hamburger sorgen sich um steigende Wohnkosten und ihre Altersvorsorge

Haspa-Trendbarometer: Mehrheit träumt vom Eigenheim, fürchtet aber die Bezahlbarkeit des Wohnens – bezahlbarer Wohnraum wichtigstes Zukunftsthema der Stadt

Hamburg, 15. Juni 2026. Die Hamburgerinnen und Hamburger sind mit ihrer aktuellen Wohnsituation überwiegend zufrieden. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass steigende Mieten und Wohnkosten das Leben in der Hansestadt künftig deutlich erschweren könnten. Das geht aus dem aktuellen Haspa-Trendbarometer hervor, für das das Meinungsforschungsinstitut YouGov mehr als 500 Hamburgerinnen und Hamburger befragt hat.


Demnach bewerten 78 Prozent ihre aktuelle Wohnsituation positiv, 87 Prozent sehen ihre Wohnung als passend zu den eigenen Bedürfnissen an. Dennoch empfindet fast jeder zweite Befragte die eigene Miete als zu hoch. Bereits heute geben 60 Prozent zwischen 30 und 50 Prozent ihres Nettoeinkommens für Miete und Nebenkosten aus, weitere 16 Prozent sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens.

Die Wohnraumsituation in Hamburg bleibt dabei ein struktureller Belastungsfaktor. Trotz hoher Nachfrage und politischer Zielsetzungen gelingt es der Stadt seit Jahren nicht, ausreichend neuen Wohnraum bereitzustellen. Der Senat verfolgt das Ziel, jährlich rund 10.000 Wohnungen zu genehmigen, tatsächlich bleiben die Ergebnisse jedoch deutlich darunter: In den vergangenen Jahren wurden zuletzt nur etwa 6.000 Wohnungen fertiggestellt. Parallel dazu liegen auch die Genehmigungszahlen regelmäßig unter der Zielmarke. Um die Entwicklung zu beschleunigen, hat der Senat im März dieses Jahres  einen sogenannten „Bau-Turbo“ gestartet, der Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und verkürzen soll. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den wachsenden Wohnraummangel spürbar zu entspannen, bleibt jedoch offen.


Die Sorge vor weiter steigenden Wohnkosten ist entsprechend groß. 86 Prozent rechnen mit höheren Mieten in Hamburg, die Hälfte erwartet sogar deutliche Steigerungen. Insgesamt machen sich 93 Prozent der Befragten Sorgen über die Entwicklung der Wohnkosten, drei Viertel sogar große oder sehr große Sorgen.


Wohneigentum als Baustein der Altersvorsorge


Vor diesem Hintergrund bleibt der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ungebrochen. Die Mehrheit der Hamburger ist überzeugt, dass Wohneigentum langfristig vorteilhafter ist als das Leben zur Miete. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei der Generation Z: Drei Viertel der jungen Erwachsenen träumen vom Eigenheim.


Als wichtigste Vorteile nennen die Befragten die Absicherung im Alter sowie die größere Gestaltungsfreiheit. Für 65 Prozent ist Wohneigentum ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge, mehr als die Hälfte geht zudem davon aus, dass Eigentum langfristig günstiger ist als dauerhaftes Mieten.

„Die eigene Immobilie ist für viele Hamburgerinnen und Hamburger ein Lebenstraum und wichtiger Baustein der Alterssicherung. Es entlastet den Mietmarkt und beugt Altersarmut vor“, sagt Haspa-Vorstandssprecher Dr. Harald Vogelsang. Wohneigentum müsse deshalb für mehr Menschen erreichbar werden. Allerdings sehen viele Hamburger erhebliche Hürden auf dem Weg zum Eigenheim. Jeder Zweite hält eine Finanzierung derzeit für nicht realisierbar. Hohe Baukosten, bürokratische Hürden und aus Sicht vieler Befragter unzureichende Fördermöglichkeiten erschweren den Erwerb zusätzlich.


Bezahlbarer Wohnraum wichtigstes Zukunftsthema


Die Entwicklung des Wohnungsmarktes beschäftigt die Menschen stärker als jedes andere politische Thema. Für 40 Prozent ist bezahlbarer Wohnraum die wichtigste Zukunftsaufgabe Hamburgs. Damit liegt das Thema deutlich vor innerer Sicherheit, Wirtschaftsentwicklung oder Klimaschutz.

Hamburg weist bundesweit eine der niedrigsten Wohneigentumsquoten auf. Nur rund ein Fünftel der Wohnimmobilien wird von den Eigentümern selbst genutzt. Damit liegt die Hansestadt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von mehr als 40 Prozent.


Wunsch nach mehr Grün, Ruhe und Lebensqualität


Bei ihren Wohnwünschen setzen die Hamburger vor allem auf Lebensqualität. Drei Viertel wünschen sich eine ruhige Wohnlage, 59 Prozent legen Wert auf Grünflächen und Parks. Viele träumen zudem von mehr Platz, einem Balkon oder einer Terrasse. Trotz der hohen Wohnkosten zeigt sich eine starke Verbundenheit mit dem eigenen Wohnumfeld: 60 Prozent würden am liebsten dort wohnen bleiben, wo sie bereits heute leben.


Energetische Sanierung stößt auf breite Zustimmung


Große Zustimmung gibt es auch für Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden. Drei Viertel der Befragten messen diesem Thema eine hohe Bedeutung bei. Gleichzeitig erwarten 70 Prozent, dass der Staat Eigentümer und Mieter bei den damit verbundenen Investitionen stärker unterstützt.

Fast jeder zweite Hamburger wäre bereit, höhere Mieten zu akzeptieren, wenn die zusätzlichen Kosten durch geringere Energiekosten ausgeglichen werden. Die Befragung zeigt damit, dass Klimaschutz im Gebäudebereich grundsätzlich auf Akzeptanz stößt – sofern die finanziellen Belastungen begrenzt bleiben.

Quelle: HASPA

JM/NW