HWWI-Prognose 2026/2027: Irankrieg bremst deutsche Konjunkturerholung – Energiepreise treiben Inflation nach oben


Hamburg, 11. März 2026. Die deutsche Wirtschaft startet unsicher ins neue Jahr. Nach stabilen Endjahreszahlen 2025 trüben der Krieg im Iran und die steigenden Energiepreise die Aussichten für Wachstum und Inflation.


Die Wirtschaft hatte sich Ende 2025 stabilisiert, und viele Indikatoren deuteten auf eine moderate Erholung hin. Die fiskalpolitischen Impulse der Koalitionsregierung hatten die Wachstumsprognosen für 2026 und 2027 zunächst optimistisch erscheinen lassen.


Mit dem Ausbruch des Kriegs im Iran haben jedoch die steigenden Öl- und Gaspreise die wirtschaftlichen Perspektiven vorerst eingetrübt – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Das Hamburger Weltwirtschaftsinsitut (HWWI) geht davon aus, dass sich das Konfliktgeschehen bis spätestens zur Jahresmitte auf das iranische Staatsgebiet beschränken wird und die Straße von Hormus wieder passierbar ist. In diesem Szenario könnten die Energiepreise wieder auf Vorkriegsniveau fallen, und die konjunkturelle Erholung in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt gewinnen.


Unter diesen Bedingungen prognostiziert das HWWI für 2026 ein durchschnittliches Wachstum von 0,75 Prozent (vor Kriegsausbruch: 1,5 Prozent). Für 2027 wird ein Plus von 1,5 Prozent erwartet.


Auch die Inflation reagiert empfindlich auf die geopolitische Lage. Nach längerem Rückgang um die 2-Prozent-Marke könnten steigende Energiepreise die Verbraucherpreise bis Mitte 2026 auf etwa 3 Prozent treiben. Im Jahresdurchschnitt wird mit 2,5 Prozent gerechnet, 2027 könnte die Inflation wieder auf 2 Prozent zurückfallen.


Die Prognose bleibt jedoch unsicher: Eskalationen im US-Iran-Konflikt, etwa durch Angriffe auf Öl- und Gasanlagen oder eine längere Blockade der Straße von Hormus, könnten das Wachstum weiter dämpfen und die Inflation erhöhen. Vor diesem Hintergrund ist es entscheidend, dass die Koalition ihre Strukturreformen vorantreibt und Sonderverschuldung gezielt in zusätzliche Investitionen fließt, statt laufende Haushaltsausgaben umzuschichten – nur so können die Wachstumsimpulse gesichert werden.


Zur ausführlichen Konjunkturprognose: https://www.hwwi.org/publikation/hwwi-konjunkturprognose-fruehjahr-2026-de/

Quelle: HWWI