Beiersdorf trotzt der Marktflaute – Derma bleibt Wachstumsmotor

Hamburger Hautpflegespezialist steigert Umsatz und Marge leicht. Nivea schwächelt, Aktienrückkauf über 750 Millionen Euro geplant.


Hamburg, 3. März 2026. Der Konsum schwächelt, der Hautpflegemarkt kühlt ab – doch Beiersdorf behauptet sich. Der Hamburger Konzern steigerte 2025 den Umsatz organisch um 2,4 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. Die operative Marge (EBIT ohne Sondereffekte) legte leicht auf 14,0 Prozent zu, das operative Ergebnis erreichte 1,4 Milliarden Euro.



Vor allem das Derma-Geschäft erweist sich erneut als Wachstumstreiber. Während die Kernmarke NIVEA nur noch um 0,9 Prozent zulegte, wuchs der Bereich Derma mit Marken wie Eucerin und Aquaphor um 11,7 Prozent – das fünfte Jahr in Folge zweistellig. Auch das Pflastergeschäft mit Hansaplast und Elastoplast überraschte mit einem Plus von 9,3 Prozent. Dagegen bleibt die Luxusmarke La Prairie mit minus 4,5 Prozent im schwierigen Premiumumfeld unter Druck, zeigte aber im Schlussquartal wieder Wachstum.


Nivea wird neu ausgerichtet

Im mit Abstand größten Geschäftsbereich Consumer stieg der Umsatz um 2,5 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Regional kam das stärkste Wachstum aus Afrika/Asien/Australien (+4,5 Prozent) sowie aus Amerika (+3,1 Prozent). Europa blieb mit 0,9 Prozent verhalten.


Sorgenkind ist Nivea. Neben der allgemeinen Marktabkühlung belastete die strategische Neuaufstellung in China das Geschäft. Nach Abschluss der Restrukturierung kehrte die Marke dort im vierten Quartal jedoch zu zweistelligem Wachstum zurück.


Konzernchef Vincent Warnery setzt nun auf eine breitere Aufstellung: Neben Gesichtspflege sollen Körperpflege und Deodorants wieder stärker in den Fokus rücken. Zugleich will Beiersdorf den Schlüsselmärkten – darunter China, USA, Indien, Japan und Brasilien – mehr Spielraum bei Portfolio und Vermarktung geben. Die Anpassungen an Innovationspipeline und Marketing sollen bis 2027 wirken.


tesa behauptet sich – Rückkaufprogramm angekündigt

Die Industriesparte tesa wuchs in einem von Zollrisiken, Währungseffekten und schwacher Autoindustrie geprägten Umfeld organisch um 1,8 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Die operative Marge lag mit 16,1 Prozent leicht unter Vorjahr. Impulse kamen aus den Bereichen Elektronik sowie Druck und Verpackung, während das Autogeschäft stagnierte.


Den Aktionären stellt Beiersdorf neben einer stabilen Dividende von 1,00 Euro je Aktie ein weiteres Aktienrückkaufprogramm in Aussicht: In den kommenden zwei Jahren sollen eigene Anteile im Volumen von bis zu 750 Millionen Euro erworben werden.


Vorsichtiger Blick auf 2026

Für 2026 gibt sich der Konzern zurückhaltend. Erwartet wird ein flacher bis leicht wachsender Umsatz, die operative Marge soll leicht unter dem Vorjahreswert liegen. Steigende Rohstoffkosten, Wechselkurseffekte sowie anhaltend hohe Marketinginvestitionen dürften die Profitabilität belasten.


Nach Jahren dynamischen Wachstums stellt sich Beiersdorf damit auf eine Phase geringerer Dynamik ein – mit Derma als verlässlichem Stabilitätsanker.

JM/NW