Hamburger Energienetze investieren Rekordsumme Sichere Energieversorgung bleibt auf Kurs
Mehr als 580 Millionen Euro fließen in den Netzausbau. Das städtische Unternehmen steigert seinen Gewinn deutlich und führt über 130 Millionen Euro an die Stadt Hamburg ab.
Hamburg, 15. Juli 2026. Die Hamburger Energienetze treiben den Umbau der Energieversorgung mit hohem Tempo voran und können gleichzeitig wirtschaftlich überzeugen. Wie aus dem jetzt vorgelegten Geschäftsbericht 2025 hervorgeht, investierte das städtische Unternehmen mit 582 Millionen Euro rund 32 Prozent mehr als im Vorjahr in den Ausbau, die Modernisierung und Digitalisierung der Energieinfrastruktur. Zugleich stieg die Gewinnabführung an die Freie und Hansestadt Hamburg um 21,5 Prozent auf 130,4 Millionen Euro.
Im Mittelpunkt der Investitionen steht die Versorgungssicherheit für die Hamburger Haushalte und Unternehmen
Trotz des wachsenden Strombedarfs durch Wärmepumpen, Elektromobilität und den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft bleibt die Energieversorgung der Hansestadt auf einem bundesweit hohen Niveau. Immer mehr Umspannwerke, Netzstationen und kritische Punkte im Gasnetz werden digital ausgestattet. Dadurch lassen sich Anlagen in Echtzeit überwachen und im Störungsfall aus der Ferne steuern – ein wichtiger Baustein für eine stabile und zuverlässige Energieversorgung.
Auch beim Ausbau der Netze wurden 2025 neue Maßstäbe gesetzt. Mehr als 255 Kilometer Stromleitungen wurden erneuert, weitere 124 Kilometer Kabel neu verlegt. Parallel wächst das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN weiter: Nach einer Erweiterung um 8,2 Kilometer soll das Netz 2027 erstmals mit Wasserstoff befüllt werden und bis 2031 auf 60 Kilometer anwachsen.
Faire Verteilung knapper Netzkapazitäten
Um auch künftig ausreichend Netzkapazitäten bereitzustellen, setzen die Hamburger Energienetze auf das sogenannte Fair-Grid-Projekt. Dahinter verbirgt sich ein neues Verfahren zur gerechten Verteilung verfügbarer Netzleistung. Da die Nachfrage nach neuen Stromanschlüssen – etwa durch Industrie, Gewerbe oder größere Energieprojekte – schneller wächst als die Netzkapazitäten ausgebaut werden können, werden freie Kapazitäten künftig nach transparenten und diskriminierungsfreien Kriterien vergeben. Ziel ist es, Engpässe zu vermeiden und den Netzausbau mit den Anschlusswünschen in Einklang zu bringen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Bereits genehmigte Anschlüsse mit einer Gesamtleistung von rund 400 Megawatt werden in den kommenden Jahren umgesetzt. Private Anschlüsse – beispielsweise für Wärmepumpen oder Wallboxen – sind von diesem Verfahren ausdrücklich ausgenommen.
„Mit dem Fair-Grid-Projekt sorgen wir dafür, dass die Versorgungssicherheit in Hamburg während der Transformation auf dem hohen Niveau von heute bleibt“, betont Dr. Peter Wolffram, Geschäftsführer, Ressort Unternehmen & Kunde. Auch angesichts weiterer geplanter Netzanschlüsse mit einer Gesamtleistung von 400 Megawatt reagiere das Unternehmen vorausschauend und verantwortungsbewusst auf die steigende Nachfrage und arbeite parallel an Lösungen, die zusätzliche Leistungskapazitäten im Hamburger Verteilnetz schaffen.
Auch wirtschaftlich blicken die Hamburger Energienetze auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Nach Angaben von Gabriele Eggers, Geschäftsführerin, Ressort Finanzen, Recht & Einkauf,
ist das Unternehmen „finanziell solide aufgestellt“ und kann sich beim milliardenschweren Netzausbau auf starke Finanzierungspartner wie die Europäische Investitionsbank stützen. Allein in die Instandhaltung und den Ausbau der Strominfrastruktur flossen 2025 mehr als 400 Millionen Euro. In den kommenden Jahren sollen die Investitionen weiter steigen, damit das Netz den Anforderungen der Hamburger Klimaziele gerecht wird.
Hamburger Energienetze - Ein Erfolg
Einen wichtigen Meilenstein markierte zudem die Fusion von Stromnetz Hamburg und Gasnetz Hamburg zu den Hamburger Energienetzen. Seit dem 1. Januar 2026 arbeiten Strom-, Gas- und Wasserstoffsparte unter einem gemeinsamen Dach. Nach Angaben des Unternehmens wurden die wesentlichen Arbeitsprozesse bereits vereinheitlicht. Die regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen zeigten, dass die Neuorganisation von der Belegschaft positiv begleitet werde.
Auch aus Sicht der Stadt ist die Zusammenführung der Unternehmen ein Erfolg. „Die Fusion von Stromnetz Hamburg und Gasnetz Hamburg ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt Dr. Alexander von Vogel, Staatsrat der Umweltbehörde und Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburger Energienetze. Mit dem neuen Unternehmen sei Hamburg für die anstehenden Aufgaben beim Ausbau der Energieinfrastruktur und der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung stark aufgestellt. Der Umbau der Energieversorgung gewinne weiter an Tempo – nicht zuletzt dank der engagierten Beschäftigten.
Dass der eingeschlagene Kurs fortgesetzt wird, macht auch Michael Dammann, Geschäftsführer, Ressort Assetmanagement & Netzbetrieb deutlich. Die Ausbauziele des vergangenen Jahres seien nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen worden. Nach dem Klimaentscheid habe das Unternehmen seine Planungen angepasst, um Hamburg schneller auf dem Weg zur Klimaneutralität voranzubringen. Dafür würden bereits heute zusätzliches Personal gewonnen, Investitionsmittel gesichert und Flächen für neue Energieanlagen vorbereitet.
JM/NW
