Praxis schlägt Theorie: FH Wedel gewinnt Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb

Mit kreativen Ideen für den Fairen Handel überzeugte ein Studierendenteam der FH Wedel die Jury des 12. Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerbs. Bei der Preisverleihung im Hamburger Rathaus wurde zugleich das 15-jährige Bestehen der Fair Trade Stadt Hamburg und der Innovations Kontakt Stelle Hamburg gefeiert.



Seit dem Start des Wettbewerbs haben sich 48 Unternehmen und 15 Hochschulen mit mehr als 1.000 Studierenden beteiligt. Auffällig war in diesem Jahr nach Angaben der Organisatoren zudem der deutlich intensivere Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Erarbeitung der Konzepte.


Schirmpatin des Wettbewerbs ist Senatorin Dr. Maryam Blumenthal, Präses der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie unterstreicht die Bedeutung des Formats: „Gerade weil die politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen global so groß sind, ist es wichtig zu zeigen, dass wir vor Ort etwas verändern können. Genau dafür steht der Fair Trade Hochschulwettbewerb in Hamburg. Er zeigt: Wissenschaft entfaltet ihre Wirkung besonders dann, wenn engagierte Menschen ihre Erkenntnisse in die Praxis tragen. Studierende und Unternehmen haben hier gemeinsam konkrete Lösungen für reale Herausforderungen des Fairen Handels erarbeitet. Ich bin stolz, Schirmpatin dieses Wettbewerbs zu sein, danke allen Teilnehmenden sehr herzlich und gratuliere den Gewinnerinnen und Gewinnern!“


Kreative Ideen überzeugen die Jury


Den ersten Platz sicherte sich ein Team der Fachhochschule Wedel aus dem Masterstudiengang Sustainable & Digital Business Management. Die Studierenden entwickelten für die AlsterFood GmbH zunächst eine Potenzialanalyse und darauf aufbauend ein Marketingkonzept, das die Jury insbesondere durch seine hohe Praxisnähe, eine realistische Kostenkalkulation sowie konkrete Umsetzungsvorschläge überzeugte. Im Mittelpunkt standen Ideen, wie fair gehandelte Lebensmittel stärker in Schulkiosken etabliert werden können. Darüber hinaus schlugen die Studierenden vor, fair gehandelte Gewürze in der Kantine des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Hamburg-Bahrenfeld einzusetzen, um beliebte Gerichte mit fairen Zutaten aufzuwerten.


Besonders positiv bewertete die Jury die kreativ gestalteten Informationsplakate, die vom Unternehmen nahezu ohne Anpassungen übernommen werden können. Eine Idee stach dabei besonders hervor: In Anlehnung an das Bohrsche Atommodell stellten die Studierenden fair gehandelte Produkte als Kern eines Atoms dar und machten so die Zusammenhänge des Fairen Handels anschaulich und leicht verständlich.


Weitere Projekte mit Praxisbezug


Auch die weiteren Hochschulteams beschäftigten sich mit konkreten Herausforderungen ihrer Kooperationspartner.

Die Studierenden der BSP Business & Law School am Campus Hamburg entwickelten gemeinsam mit dem Weltladen Bergedorf Maßnahmen, um den Bekanntheitsgrad des Geschäfts zu steigern, neue Zielgruppen anzusprechen, Veranstaltungen stärker in den Fokus zu rücken und die Vernetzung mit lokalen Partnern auszubauen.


Ein Team der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg erarbeitete für die FC St. Pauli Merchandise GmbH ein Marketing- und Kommunikationskonzept für Fanartikel aus Baumwolle, die im Rahmen des Projekts „Vom Feld in den Fanshop“ hergestellt werden. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Indien.


Wissenschaft trifft Unternehmenspraxis


„Dieser Wettbewerb verbindet Theorie und Praxis auf besondere Weise: Studierende entwickeln für ein Unternehmen innovative Marketingkonzepte im Kontext von Nachhaltigkeit und fairem Handel“, betont Prof. Dr. Alexander Fischer, der das Studierendenteam der Fachhochschule Wedel gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Stefan Weber betreut hat. Dieser ergänzt: „Gleichzeitig stärken die notwendige Projektdokumentation und Präsentation wichtige Kompetenzen unserer Studierenden in Analyse, Kommunikation und Projektmanagement.“


Auch Alexander Philipp, operative Leitung der AlsterFood GmbH, zieht ein positives Fazit: „Für AlsterFood war die Teilnahme am Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb eine logische Konsequenz unserer Überzeugung: Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsverpflegung beginnt nicht auf dem Teller, sondern bei den Menschen, die unsere Lebensmittel erzeugen. Die Ideen der Studierenden haben uns gezeigt, wie wir faire Bezahlung an Erzeuger, Bildung und nachhaltige Beschaffung noch konkreter in unserem Alltag verankern können – das nehmen wir mit.“


Wettbewerb mit nachhaltiger Wirkung


Für die Organisatorinnen geht der Nutzen des Wettbewerbs weit über die Preisverleihung hinaus. Christine Prießner, Projektkoordinatorin der Fair Trade Stadt Hamburg, sagt: „Für meine Arbeit ist dieser Wettbewerb ein großer Gewinn, denn oft kann ich auf die Konzepte zurückgreifen und wertvolle Informationen daraus mitnehmen um andere Zielgruppen zu sensibilisieren. Ich hoffe sehr, dass durch dieses Projekt die jungen Menschen motiviert werden, sich stärker mit dem Fairen Handel auseinander zu setzen. Die Begeisterung der Beteiligten nach Abschluss der Projekte zeigt uns, wie wertvoll dieser Wettbewerb ist – und motiviert uns, immer wieder neue Durchläufe zu starten.“


Katharina Keienburg von der Innovations Kontakt Stelle Hamburg ergänzt: „Seit 15 Jahren bringen wir Wissenschaft und Praxis erfolgreich zusammen. Ich freue mich, dass wir auch in unserem Jubiläumsjahr erneut sehen, wie Studierende ihr Wissen nutzen, um passgenaue und umsetzbare Marketingkonzepte für ihre Kooperationspartner:innen zu entwickeln.“

Quelle: IKS

JM/NW