Sasol zieht Bilanz: 25 Jahre nach der CONDEA-Übernahme
Vom Chemie-Standort Brunsbüttel in die Welt – Jubiläum fällt in eine Phase großer Branchenumbrüche
Brunsbüttel, 19. März 2026. Ein Vierteljahrhundert nach der Übernahme von CONDEA zieht Sasol eine doppelte Bilanz – mit besonderem Blick auf den Standort Brunsbüttel. Die Integration des traditionsreichen Chemieunternehmens gilt als Ausgangspunkt für die Expansion auf der Nordhalbkugel. Für Brunsbüttel markierte sie zugleich den Beginn einer neuen industriellen Entwicklung unter internationaler Führung.
Wer war CONDEA?
CONDEA (ehemals Condea Chemie) war ein europäisches Chemieunternehmen mit starken Wurzeln in Deutschland und einem seiner wichtigsten Produktionsstandorte in Brunsbüttel. Das Unternehmen spezialisierte sich auf Tenside, Fettalkohole und Spezialchemikalien – zentrale Vorprodukte etwa für Waschmittel, Kosmetik oder industrielle Anwendungen. Mit der Übernahme durch Sasol im Jahr 2001 wurde CONDEA in den südafrikanischen Konzern integriert. Der Standort Brunsbüttel entwickelte sich in der Folge zu einem zentralen Baustein des internationalen Chemiegeschäfts.
Heute zählt das Werk zu den bedeutenden industriellen Arbeitgebern der Region. Rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 70 Auszubildende produzieren dort vor allem Fettalkohole und anorganische Spezialchemikalien.Für Sasol war die Übernahme strategisch entscheidend: Mit einem Schlag etablierte sich das Unternehmen in wichtigen Industrieregionen der nördlichen Hemisphäre – mit Brunsbüttel als einem der Ankerstandorte.
„Wir blicken mit Stolz auf das zurück, was wir gemeinsam erreicht haben: die Entwicklung unserer Mitarbeitenden, den Aufbau technischer und operativer Kompetenzen an unseren Standorten, die Bewältigung zahlreicher Marktkrisen sowie kontinuierliche Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit und Umweltschutz“, sagt Peter Heberling, Werkleiter von Sasol in Brunsbüttel. „Ebenso haben wir unser Produktportfolio konsequent hin zu höherwertigen Lösungen weiterentwickelt und konstruktive Beziehungen zu Mitarbeitenden, lokalen Gemeinschaften und Partnern gepflegt. Gleichzeitig erkennen wir, dass sich das Umfeld heute deutlich von dem vor 25 Jahren unterscheidet.“
Gerade am Standort Brunsbüttel werden die aktuellen Herausforderungen der Branche besonders sichtbar. Die chemische Industrie steht unter Druck: schwache Nachfrage, hohe Energiekosten und intensiver globaler Wettbewerb erschweren die Perspektiven für energieintensive Produktionen. Vor diesem Hintergrund versteht Sasol das Jubiläum auch als Signal an die Region. Man wolle „den aktuellen Herausforderungen ausgewogen und verantwortungsvoll begegnen“, den Dialog mit Stakeholdern fortsetzen und Transparenz über wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen, heißt es aus dem Unternehmen.
Zugleich setzt Sasol auf enge Zusammenarbeit vor Ort – mit Beschäftigten, Kommunen und politischen Akteuren. Ziel ist es, die Zukunft des Standorts Brunsbüttel zu sichern, die Transformation hin zu klimafreundlicher Produktion voranzutreiben und langfristig wieder Wachstum und Investitionen zu ermöglichen. Das Jubiläum steht damit nicht nur für eine internationale Erfolgsgeschichte, sondern auch für die Bedeutung eines einzelnen Standorts: Brunsbüttel als industrielles Rückgrat der Region – und als Prüfstein dafür, wie sich die Chemieindustrie in Europa künftig behaupten kann.
Quelle: Sasol Germany GmbH
JM/NW
