Startschuss in Damietta: Neues Mega-Terminal stärkt Position im Mittelmeer
Mit dem ersten Anlauf der „Essen Express“ nimmt der Damietta Alliance Container Terminal den Betrieb auf – mehr als 600 Millionen Dollar fließen in einen strategischen Knotenpunkt, an dem EUROGATE maßgeblich beteiligt ist.
Bremerhaven/Damietta, 13. Februar 2026. Mit dem Anlauf der „Essen Express“ beginnt in Damietta eine neue Ära. Das Containerschiff von Hapag-Lloyd mit einer Kapazität von 13.117 TEU wird am 14. Februar als erstes Schiff am neu errichteten Damietta Alliance Container Terminal (DACT) festmachen – und damit den kommerziellen Betrieb offiziell eröffnen.
Für die Betreiber ist es der sichtbare Abschluss jahrelanger Planung und Bauarbeit. „Es ist ein ganz besonderer Moment, wenn die intensive Arbeit vieler Jahre Früchte trägt und ein modernes, leistungsstarkes Containerterminal endlich seinen Betrieb aufnimmt“, sagt Tom Eckelmann, CEO von EUROGATE. Das Ziel sei klar: DACT solle sich als zentrales Hub-Terminal der Gemini Cooperation im östlichen Mittelmeer etablieren.
Drehscheibe für das östliche Mittelmeer
Das neue Terminal ist konsequent auf Transshipment ausgerichtet – also auf den Umschlag von Containern zwischen großen Interkontinental- und kleineren Feeder-Schiffen. Rund 80 Prozent des erwarteten Frachtaufkommens entfallen auf diesen Bereich, 20 Prozent auf Import- und Exportverkehre. Neben dem ägyptischen Markt, insbesondere Damietta und dem Großraum Kairo, sollen auch regionale Märkte in der Levante und am Schwarzen Meer bedient werden.
Mit einer jährlichen Kapazität von bis zu 3,3 Millionen TEU zählt DACT zu den leistungsfähigeren Anlagen der Region. Das Terminal erstreckt sich über rund 93 Hektar, die Kaianlage misst 1.670 Meter bei einer Wassertiefe von 18 Metern – ausreichend auch für große Containerschiffe. Zwölf vollelektrische Ship-to-Shore-Krane mit einer Auslage von 25 Containerreihen sowie 40 hybride gummibereifte Portalkrane bilden das technische Rückgrat. Hinzu kommen moderne Umschlaggeräte und eine Schienenanbindung mit sechs Gleisen.
In der ersten Projektphase wurden mehr als 600 Millionen US-Dollar investiert – vor allem in leistungsfähige und vergleichsweise emissionsarme Infrastruktur. Elektrische und hybride Geräte sollen den Energieverbrauch und die Emissionen im laufenden Betrieb reduzieren.
Strategische Bedeutung für EUROGATE
Für EUROGATE ist das Engagement in Damietta weit mehr als eine Beteiligung an einem weiteren Terminal. Das Bremerhavener Unternehmen zählt zu den führenden Containerterminal-Betreibern Europas und stärkt mit dem Schritt seine Präsenz außerhalb der traditionellen Nordrange-Häfen. Über die EUROGATE Damietta GmbH hält der Konzern 29,5 Prozent an der Betreibergesellschaft Damietta Alliance Container Terminals S.A.E.
Weitere Gesellschafter sind die Hapag-Lloyd Damietta GmbH (39 Prozent), vertreten durch Hanseatic Global Terminals, sowie CONTSHIP Damietta S.p.A. (29,5 Prozent) und zwei ägyptische Partner mit kleineren Anteilen. Die Konstruktion als internationales Joint Venture unterstreicht die strategische Ausrichtung des Projekts: Damietta soll als Knotenpunkt globaler Linienverkehre fungieren und die Netze der beteiligten Reedereien bündeln.
Gerade für EUROGATE, das traditionell stark im Wettbewerb der nordeuropäischen Seehäfen steht, eröffnet der Standort im östlichen Mittelmeer neue Wachstumschancen entlang zentraler Handelsrouten zwischen Asien, Europa und Afrika. Mit DACT erweitert das Unternehmen sein Portfolio um einen Hub in einer geopolitisch und logistisch sensiblen Region – und positioniert sich näher an dynamisch wachsenden Märkten.
Mit dem ersten Schiff ist der operative Start nun vollzogen. Ob Damietta tatsächlich zur führenden Drehscheibe im östlichen Mittelmeer aufsteigt, wird sich im harten Wettbewerb der Häfen zeigen. Die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür sind geschaffen. JM/NW
