Berentzen spürt Marktschwäche – Umsatz geht 2025 deutlich zurück


Getränkekonzern bleibt operativ profitabel, verliert jedoch fast 20 Millionen Euro Umsatz – Standortverkauf und verändertes Konsumverhalten belasten

Haselünne, 12. Februar 2026. Die Berentzen-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 einen spürbaren Umsatzrückgang verzeichnet. Nach vorläufigen Zahlen erzielte der im General Standard gelistete Getränkekonzern Umsatzerlöse von 162,9 Millionen Euro – rund 19 Millionen Euro weniger als im Vorjahr (181,9 Mio. Euro). Damit setzte sich die schwierige Marktlage auch in der Bilanz des Unternehmens sichtbar fort.


Auch operativ blieb die Entwicklung nicht ohne Folgen: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank auf 8,5 Millionen Euro (2024: 10,6 Mio. Euro), die EBIT-Marge verringerte sich von 5,8 auf 5,2 Prozent. Das EBITDA ging auf 17,1 Millionen Euro (19,3 Mio. Euro) zurück, die entsprechende Marge lag bei 10,5 Prozent nach 10,7 Prozent im Vorjahr.


Zwei zentrale Gründe für den Umsatzrückgang

Für das Minus bei den Erlösen nennt das Unternehmen vor allem zwei Ursachen. Zum einen wirkt sich die Veräußerung der Betriebsstätte mit dem Mineralbrunnen im brandenburgischen Grüneberg aus, die im vierten Quartal 2024 abgeschlossen wurde. Mit dem Verkauf gab Berentzen das regionale, nicht rentable Mineralwassergeschäft auf. „Ein Weiterbetrieb des Standortes hätte aus Profitabilitätsgesichtspunkten keinen Sinn mehr gemacht“, erklärte CEO Oliver Schwegmann. Der Schritt war strategisch gewollt – führte 2025 aber wie erwartet zu niedrigeren Umsätzen. Zum anderen belastete das veränderte Konsumverhalten die Geschäftsentwicklung. Insbesondere der deutsche Spirituosenmarkt war von deutlichen Absatzrückgängen geprägt. Die insgesamt verhaltene Nachfrage traf auch Berentzen, wenngleich sich einzelne Produkte innerhalb des Portfolios positiv entwickelten.

Lichtblicke im Portfolio

Wachstumsimpulse kamen unter anderem von den „Berentzen Minis“, Premium-Handelsmarkenkonzepten, den neuen Citrocasa-XPro-Geräten sowie der 2024 eingeführten Mio-Mio-Dose. Diese Produkte hätten gezeigt, dass auch im bestehenden Kerngeschäft weiteres Potenzial stecke, so Schwegmann.


Trotz der Umsatzrückgänge betont das Management die weiterhin solide Profitabilität. „Trotz der anhaltend herausfordernden Marktbedingungen ist es uns gelungen, weiterhin sehr profitabel zu wirtschaften“, erklärte der Vorstandschef.


Strategie „BERENTZEN EVOLVE 2030“ soll Wachstum zurückbringen

Um wieder auf einen klaren Wachstumspfad zurückzukehren, hat die Berentzen-Gruppe im November 2025 ihre neue Konzernstrategie „BERENTZEN EVOLVE 2030“ vorgestellt. Sie setzt auf drei zentrale Hebel: neuartige Marken und Produkte, die Erschließung neuer – insbesondere internationaler – Märkte sowie zusätzliche Vertriebskanäle jenseits des klassischen Lebensmitteleinzelhandels.


Mit innovativen Produkten will das Unternehmen auf veränderte Konsumentenbedürfnisse reagieren. Zugleich sollen Auslandsmärkte, vor allem sogenannte Emerging Markets, neue Umsatzpotenziale erschließen. Eine breitere Präsenz in weiteren Vertriebskanälen soll zusätzliche Kontaktpunkte mit Konsumenten schaffen.


Erste Maßnahmen seien bereits angestoßen, teilt das Unternehmen mit. Ziel der Strategie ist ein deutlicher Umsatzzuwachs bei gleichzeitig steigender Profitabilität. Nach einem Jahr mit rückläufigen Erlösen steht Berentzen damit vor der Herausforderung, die strategische Neuausrichtung rasch in messbares Wachstum zu übersetzen – in einem Marktumfeld, das weiterhin anspruchsvoll bleibt.


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Quelle: Berentzen Gruppe

Bearbeitet: JM/NW